Google Analytics einrichten

Eine der ersten Aufgaben bei einer neuen Webseite ist das Einrichten von Google Analytics. Nachdem man so viel Zeit und Gedanken in den Bau der Webseite investiert hat, möchte man das Nutzerverhalten messen und analysieren.

  • Wie performen die geschriebenen Texte?
  • Welche Produktkategorie ist die beliebteste?
  • Was hat die letzte Facebook Kampagne eingebracht?
  • Schaut sich den Film, den ich produziert habe, überhaupt jemand an?
  • Gibt es Seiten, die besonders schlecht abschneiden?
  • Werden Inhalte in den sozialen Netzwerken geteilt?
  • Verlassen Besucher die Seite während sie gerade im Checkout -bereich sind?

Anfängliche Annahmen über Nutzerverhalten und den vermeintlichen Erfolg von Kampagnen sollten überprüft werden. Entscheidungen über Änderung von Inhalten oder Budgets für Kampagnen sollten möglichst auf Basis von Daten und nicht Bauchgefühl getroffen werden.

Daher ist es von essenzieller Wichtigkeit Google Analytics einzurichten und professionel einzustellen. Es sollten die richtigen Kennzahlen eingesammelt und analysiert werden, sodass man Entscheidungen treffen kann, um die Webseite zu verbessern.

Arten von Google Analytics Setups

Der Typ von Webseite, für den es gilt Google Analytics einzurichten, ist ein entscheidender Faktor:
Hast Du einen Onlineshop oder verkaufst ein paar Produkte?
Dann sollte E-Commerce Tracking eingerichtet werden. Durch den stärkeren Fokus auf Produkte und Transaktionen können hier schnell wichtige Erkenntnisse gewonnen werden.

Wenn Du wiederum eine sehr Text-basierte Seite betreibst, ist ein herkömmliches Google Analytics Setup die richtige Wahl.
Du kannst Interaktionen und clicks mit Events (Ereignissen) tracken und die Hauptziele mit Google Analytics Zielvorhaben überschauen.

E-Commerce Tracking benötigt mehr Daten über die bereitgestellten Produkte und Transaktionen. Die Implementierung ist etwas komplexer, da die Infos mit spezifischen JavaScript in einem Data Layersynchronisiert werden müssen. Ein Data Layer ist eigentlich nur eine einheitlicher Speicher für die Daten auf jeder Unterseite, die man tracken möchte. Google Analytics nutzt den Data Layer dann automatisch, wenn Daten zur Verfügung stehen.

Keine Panik, wenn Du jetzt bemerkst, dass Du ein kompliziertes E-Commerce tracking Setup haben möchtest. Du kannst alle E-Commerce Feinheiten im Nachhinein implementieren und dann aktivieren. Bis dahin bleiben E-Commerce Berichte in Google Analytics einfach leer, aber alle anderen Berichte funktionieren einwandfrei.

Google Analytics Tracking Code

Um den Google Analytics tracking code zu bekommen, kann man einfach analytics.google.com besuchen und muss nur den Schritten folgen.

  • Klick auf registrieren und wähle einen Namen für’s Google Analytics Konto, z.B. die Webseitenadresse. Dann noch URL, Branche und Zeitzone angeben. Fertig.
  • Ich würde empfehlen alle Häkchen fürs Teilen von Daten zu entfernen, wenn Du nicht genau weißt was Du tust. Das bedeutet allerdings, dass Demografie- und Interessenberichte in Google Analytics leer bleiben. Google muss für diese Berichte die Nutzerdaten mit Dritten teilen. Falls Du die Berichte nutzen willst, musst Du wahrscheinlich Deine Datenschutzerklärung updaten.
  • Dann unten auf “Tracking-ID abrufen” klicken, und schon bekommen wir den Tracking code (z.B. UA- 141112345-1 ). Zusammen mit dem Tracking Code, erhalten wir auch das gesamte Google Analytics Tag. Das Tag muss nun auf jeder Seite der Website im Quelltext implementiert werden.

Google Analytics Implementieren

Es gilt zwischen zwei Implementierungen für Google Analytics zu unterscheiden:

  1. Du fügst das Google Analytics Tag in den Quelltext auf allen Seiten ein. Abhängig von der Webseite, kannst Du das Tag ggf. in einem gemeinsamen Komponenten aller Seiten installieren. Die gängigen Komponenten hierfür sind der Header, die Navigation oder der Footer.
    Ich rate von dieser Art der Implementierung ab, außer es soll nicht viel Wert auf’s Analytics Setup gelegt werden. Die Implementierungen verläuft meist schneller und ist später anpassungsfähiger, wenn man ein Tag Management System benutzt (siehe 2.). Daher macht es Sinn noch ein Tool mit ins Setup einzubauen.
  1. Du benutzt ein Tag Management System (TMS), wie z.B. Google Tag Manager, welches zur Zeit das weitverbreiteste TMS ist.
    Es gibt auch andere Tag Management Systeme, wie z.B. Adobe Launch, Tealium, Ensighten oder Matomo (open source). Grundsätzlich dienen alle dem selben Zweck und man kann Google Analytics auch mit einem Nicht-Google Tag Management System implementieren. Google Tag Manager ist aber das System mit dem einfachsten Zugriff und hat viele hilfreiche Ressourcen online verfügbar.

Enterprises neigen zu den alternativen Systemen unter Anderem wegen Datenschutzbedenken. Google hat diesen Anspruch jedoch mit Google Analytics 360 und Google Tag Manager 360 gedeckt und bietet dort volles Eigentum der Daten an.

Google Analytics mit Google Tag Manager implementieren

Zum Implementieren von Google Analytics via Google Tag Manager (GTM), sollte zuerst ein GTM Konto erstellt werden.

  • Zusammen mit dem Konto erstellst du automatisch deinen ersten GTM Container. Wähl als Zielplattform Web aus.

  • Danach erhälst Du das Google Tag Manager snippet, welches nun auf jeder Seite der Website implementiert werden sollte.

  • Der erste Teil des Google Tag Manager snippets soll im <head> der Seite eingefügt werden. Der zweite Teil sollte als erstes Tag im <body> platziert werden.

Nachdem der Google Tag Manager code auf allen Seiten eingefügt ist, können wir uns in GTM einloggen und von dort Google Analytics auf der Webseite implementieren. Los geht's!

  • Log Dich bei tagmanager.google.com ein und klick in der Hauptnavigation links auf Tags und dann auf Neu. Danach slidet die Tag Konfiguration ins Bild. Wir können dem Tag erstmal einen Namen geben, zum Beispiel Google Analytics Tracking.
  • Danach einmal in die Mitte auf das graue Logo, auf die sog. Tag-Typ-Konfiguration, klicken:

  • Eine Liste mit Tag-Typen slidet danach ins Bild. Wähl Google Analytics - Universal Analytics.

  • Nach der Auswahl kommt man in die eigentliche Tag-Konfiguration. Den Tracking-Typ auf Seitenaufruf eingestellt lassen, da wir tracken wollen, wie oft die Seiten besucht werden.
  • Dann unter Google Analytics Einstellungen im Dropdown Neue Variable… wählen.

  • Jetzt konfigurieren wir die Google Analytics Einstellungsvariable. Zuerst vergeben wir wieder einen Namen, z.B. Google Analytics Einstellungen. Danach müssen wir unter Tracking-ID die Google Analytics Tracking-ID (z.B. UA-141112345-1) einfügen, die wir vorher bekommen haben.

  • Dann oben rechts Speichern klicken.
  • Zurück in der Tag Konfiguration unten auf das Trigger-Feld klicken.
  • Hier All Pages auswählen, weil wir möchten, dass das Google Analytics Tag bei allen Seitenaufrufen ausgeführt wird.
  • Speichern und zurück in der GTM Container-Übersicht oben rechts auf Senden klicken. Jetzt warden alle Einstellungen in der ersten Container-Version gespeichert. Wir geben dem Container jetzt einen beliebigen Namen und klicken auf Veröffentlichen. Fertig!
  • Du hast gerade mit Google Tag Manager Google Analytics implementiert!
  • Du kannst die ersten Daten nach ca. einer Stunde in den Berichten sehen. Wenn du in Google Analytics auf die Echtzeit-Übersicht klickst, kannst du schon überprüfen ob Besucher in Echtzeit getrackt wurden.

Hast Du gemerkt, wie man schnell man Google Analytics theoretisch implementieren könnte? Nachdem Google Tag Manager implementiert ist, kann ein Tag in wenigen Minuten installiert werden. Ohne aufwendige Hilfe.
Ich hoffe dies macht Dir die Stärke und Flexibilitet von Tag Management Systemen bewusst.

Google Analytics Zielvorhaben einrichten

Jetzt, nachdem wir Seitenaufrufe tracken, können wir die ersten Google Analytics Zielvorhaben einrichten.

Wahrscheinlich gibt es etwas auf deiner Webseite zu kaufen oder es gibt ein Formular zum ausfüllen. Vielleicht gibt es auch einen Newsletter zum Anmelden oder einer andere Art der Konversion.

Nach der Konversion landet man normalerweise auf einer Danke-Seite. Hier warden dann die Einzelheiten zur Bestellung noch einmal aufgelistet, oder nächste Schritte mitgeteilt.
Geh auf deine Webseite und schau, welche URL bei der Danke-Seite in der Adressleiste des Browsers angezeigt wird.

Die URL könnte zum Beispiel so aussehen:

https://www.meineSeite.de/danke.php

Für diese Adresse gilt es nun ein Google Analytics Zielvorhaben einzurichten. Das heißt man definiert in Google Analytics gewisse URLs damit jeder Seitenaufruf speziell gezählt und dargestellt wird.

  • Öffne den Verwaltungsbereich in Google Analytics. Hier kannst Du verschiedene Einstellungsmöglichkeiten zum Konto, Property und der Datenansicht sehen.
  • Klick auf Zielvorhaben rechts in der Datenansicht.

  • Klick auf Neues Zielvorhaben und wähle danach benutzerdefiniert. Danach auf weiter klicken.
  • Gib dem Zielvorhaben einen Namen, z.B. Newsletter Anmeldung oder Bestellformular erhalten. Wähle als Typ: Ziel aus. Dann weiter klicken.
  • Unter Zielvorhabendetails können wir nun den Adresspfad der Danke-Seite angeben. Wenn wir Ist gleich im Dropdown stehen lassen, muss die exakte URL angegeben warden. Ich würde davon abraten, da die moisten Danke-Seiten Parameter mit in der URL haben, die bei jeder Bestellung anders sind.

Das heißt, wenn wir jetzt unseren Pfad /danke.php angeben würden, aber die wirkliche Adresse später z.B. /danke.php?q=conv&uid=5373 lauten würde, wäre das Zielvorhaben nicht ausgelöst worden.

Ich empfehle daher Beginnt mit im Dropdown zu wählen und danach nur den Adresspfad /danke.php in das Textfeld einzufügen.

  • Wer außerdem mit Regulären Ausdrücken (Regex Expressions) bekannt ist kann diese hier auch benutzen, um den Adresspfad zu matchen.
    Wer nicht weiß was das ist: Regex Expressions sind eine fortgeschrittene Form um Text zu filtern.
    Ich kann nur empfehlen sich näher damit auseinander zusetzen, wenn man plant mit Daten zu arbeiten. Hier kannst du in ein paar Stunden lernen wie man sie benutzt: RegexOne
  • Du kannst dem Zielvorhaben optional auch einen Wert zuordnen. Ich würde es empfehlen, wenn Du einen Sinvollen Wert für die Konversion ermitteln kannst.
    Um den Wert furs Zielvorhaben zu ermitteln gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn du ein T-shirt für 10€ verkaufst, ordne 10 als Wert zu.
    Bei einem Kontaktformular, könnte man den durchschnittlichen Wert per erhaltenem Formular errechnen. Zum Beispiel mag es nach durchschnittlich 20 Kontaktaufnahmen zu einem 100€ Auftrag kommen. In dem Fall ist der Durchschnittswert per Zielvorhaben 5.
  • Du kannst auch einen Trichter bzw. Funnel einrichten. Dies macht Sinn, wenn die Besucher üblicherweise andere Seiten vor der Konversion besuchen. Dies macht vor Allem Sinn bei mehrseiten Formularen, die in Schritte eingeteilt sind.
    Durch das Erstellen eines Funnels könnte man später prüfen, ob Besucher den Ausfüllprozess bei einem gewissen Schritt abbrechen, bevor aus zur Konversion kommt.
    Du fügst die einzelnen Schritte hinzu, indem du für jeden Schritt einen Namen und den zugehörigen Adresspfad angibst.
  • Du must beim Adresspfad im Funnel der gleichen Regel folgen, wie oben im Dropdown ausgewählt. D.h. wenn Beginnt mit gewählt wurde, muss der gleichen Regel unten bei den Funnelregeln gefolgt werden. Das gleiche gilt für Reguläre Ausdrücke oder Ist gleich.
  • Bevor Du auf Speichern klickst, würde ich einmal auf Dieses Zielvorhaben bestätigen klicken. Falls schon etwas Daten in deinem Google Analytics Konto liegen, wird hier geprüft ob die Adresspfade in der Vergangenheit zu Konversionen geführt hätten.
    Falls Du 0% angezeigt bekommst, hast du entweder einen Fehler im Adresspfad fur’s Zielvorhaben, oder solch ein Adresspfad existiert bislang nicht in den Daten.
    Hier ist also ein guter Punkt erreicht, um nochmal alle Adresspfade zu prüfen, bevor Du das Zielvorhaben speicherst.

Glückwunsch! Du hast gerade deine erstes Zielvorhaben konfiguriert! Damit ist der erste Leistungsindikator für die Webseite fertig.
Zielvorhaben sollten für alle zentralen Ziele der Webseite eingerichtet werden.

Falls es noch weitere, weiche Konversionen gibt oder diese keine spezifische URL haben, sollte Ereignistracking (Event Tracking) eingerichtet werden.
Danach können solche Ereignisse auch als Grundlage für Zielvorhaben genutzt werden. Der zu wählende Typ in der Zielvorhabenkonfiguration (siehe oben) ändert sich dann zu “Ereignis”. Danach musst Du nur noch die Eventparameter (Kategorie, Action, Label) für das jeweilige Ereignis angeben.